Geschichte

Kurze Ortschronik 1385 erste urkundliche Erwähnung Verkauf des Dorfes Seyffersdorff von den Waldenburgern an das Kloster Grünhain als "Küchendorf" / Anlage des Dorfes als Waldhufendorf 1525 Niedergang des Klosters Grünhain 1540 nach Leukersdorf gepfarrt, 1555 nach Ursprung 1586 Ortsname Seifridsdorf 1875 Ortsname Seifersdorf bei Stollberg 1930 - 2001 zu Kirchgemeinde  Leukersdorf gepfarrt 1950 Eingemeindung nach Leukersdorf 1994 Erschließung des neuen Wohngebietes 1999  zu Jahnsdorf eingemeindet 2009 Gründung des Dorfvereins Seifersdorf Erzgebirge e.V. Wir fördern die Schaffung von Freizeitangeboten für Kinder, Jugendliche sowie die Durchführung verschiedener Angebot aller Altersgruppen.
© Dorfverein Seifersdorf Erzgebirge e.V. Stand 01.04.2019 Design by Service Technik Folgner
Dorfverein Seifersdorf
Der schwarze Schwan - das Wappentier Seifersdorfs Wie Seifersdorf zu seinem Namen kam In einem Königreich - weit, weit weg lebte ein Mann. Eines Nachts im Traum erschien ihm ein schwarzer Schwan. Der sagte zu ihm: "Folge mir und ich führe dich ins gelobte Land. Du  sollst nie mehr hungern oder durstig sein und es soll dir an nichts fehlen." So brach der Mann auf und folgte dem schwarzen  Schwan mit den roten Füßen, der ihm jede Nacht erschien und ihm den Weg wies. Der schwarze Schwan mit den roten Füßen beschütze den Mann auf  der langen Reise vor vielen Gefahren. Der Mann fuhr übers große Wasser, wanderte die Elbe  flussaufwärts, die Mulde entlang, weiter entlang der Zwickauer Mulde,   dann der Chemnitz und der Würschnitz  und letztendlich folgt er einem  kleinem Bach bis zur Quelle, wo ihn der Schwan leibhaftig begrüßte. Es war ein wunderschönes, sanftes und fruchtbares Tal. Voller Freude und Begeisterung sprach er die gewaltigen Worte: "Hier bin ich frei - hier will ich sei!" Sei - Sein - Seierschdorf - Seifersdorf und der Schwan wurde zum Wappentier (Winfried Uhlig, Seifersdorf)
"Berggeschrey" in Seifersdorf Steinkohle unter Seifersdorf / Leukersdorf / Pfaffenhain ?! Zufallsfunde von Steinkohle in Form eines  "Pechkohlenflözchens" wurden bereits 1720 bei Hohenstein-Ernsthal  bekannt, später, zwischen 1820-30 auch in Oberlungwitz. In der Nacht (!) vom 6. zum 7. Januar 1843 wurde in  Oeslnitz i. Erzgeb. durch den Bergfaktor Karl Gottlob Wolf aus Zwickau  die erste Kohle der Lugau-Oelsnitzer-Steinkohlenflöze gefunden. Schon damals wurde von Geologen die Meinung  vertreten, dass sich höchstwahrscheinlich auch nach Chemnitz hin unter den Fluren Leukersdorf, Seifersdorf, Mittelbach und  Neukirchen Steinkohlenablagerungen erstrecken. Am 28. März 1847 schloss Wolf mit dem Eigentümer des Gutes Nr. 9 in Leukersdorf, Carl Gottlob Püschmann, einen Vertrag über  den SteinkohlenaMontaniaschachtbbau. Er erhielt das Recht zum "...völlig freien Gebahren  auf den zum Gute gehörigen Flurstücken und Wegen sowie zur Anlegung und  zum Abbau eines Kohlenbergwerkes ...", und es wurde ihm das Eigentum an  allen Kohlenflözen des Grundstückes übertragen. Für die Übertragung dieser Rechte hatte Wolf an Püschmann für jeden Scheffel (heute ca. 2.670 Quadratmeter) Land, das er für seine Zwecke brauche, 100 Taler zu zahlen. Noch im Gleichen Jahre wurde auf Flurstück Nr. 111  (hinter der Scheune des Weidauer'schen Gasthofes) ein Schacht abgeteuft, der den Namen "Wolf-Schacht" erhielt und 490 m tief war. Er erreichte  bei 15 m Tiefe (!) ein Pechkohlenflöz von 47 bis 52 cm Stäke. Die erworbenen Kohlenabbaurechte hat Wolf am 20.  Oktober 1849 an den "Neukirchen-Leukersdorf-Pfaffenhainer  Steinkohlenbauverein" abgetreten. Eine Tätigkeit hat dieser Verein nicht aufgenommen; man hat von ihm nichts wieder gehört. Für die Seifersdorfer "Kohlenfelder" wurde 1855  für eine Flächeneinheit (1 "Scheffel" = 0,5 "Acker" = 2. 770 Quadratmeter)  115 Taler vereinbart, zahlbar in jährlichen Raten von 23 Talern. Käufer  waren der Gerichtsdirektor und Advokat Rachel in Dresden, Kaufmann  Julius Ottomar Spangenberg in Berlin und Bergrat Prof. Dr. Breithaupt in Freiberg. Im Frühjahr 1856 wurde dann in Seifersdorf der  Montania-Schacht durch den "Steinkohlenbauverein Montania zu  Seifersdorf", der erste aus wirtschaftlichen Erwägungen in Seifersdorf  gegründete Verein überhaupt, gesenkt. Dieser hatte eine Tiefe von immerhin 52 m erreicht, ist aber im Rotliegenden "sitzen geblieben". Die genaue Lage ist zur Zeit noch nicht bekannt,  aber der Schacht hat sich nicht weit des "Löffler-Gutes" befunden. Im  Bergarchiv Freiberg finden sich sicherlich Unterlagen über die genaue  Lage des Schachtes, deren Beteiligte und den Ablauf des Vorhabens. Es ist damit jedoch nicht bewiesen, dass es keine Steinkohle unter Seifersdorf gibt. Steinkohle in bergbautechnologisch interessanter  Tiefe ist sicher vorhanden, allerdings ist die Flözmächtigkeit als eher  gering und nicht abbauwürdig anzunehmen, was weitere Erkundungen etwa  100 Jahre später bezeugen. Der östlich von Erlbach 1856 geteufte  Ferdinand-Schacht schloss in einer Tiefe von 647 m das Kohlengebirge  zwar mit 85 m Möchtigkeit, jedoch ohne abbauwürdige Flöze, auf. Der  Glauben-Schacht, 1859 westlich von Pfaffenhain geteuft, ergab bei 255 m  Tiefe 7,64 m Steinkohlenformation, jedoch völlig flözleer.
Schutz in der Stadt Aus dem Dunkel der Geschichte in die sächsischen Landesarchive Die Vorstellung, dass vielleicht eben dort, wo  die Seifersdorfer heute wohnen und leben, schon vor Urzeiten Menschen  ihre Heimat fanden und mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von  nicht einmal 40 Jahren ihr kärgliches Dasein fristeten, wird uns etwas  seltsam vorkommen, ist aber auch nicht vollkommen ausgeschlossen.  Abbildungen auf den sogenannten "Eilenburger-Schieferplatten" weisen auf Wanderungen von Nomaden im Gebiet des heutigen Sachsens auf der Suche  nach Jagdbeute und gänstigen Unterschlupfmöglichkeiten schon vor 10.000  Jahren hin (1). Doch erst allmählich entwickelte sich in der  Bronzezeit vor ca. 3.800 Jahren die Notwendigkeit zu einem stärkeren  Rohstoff-, Waren- und Informationsaustausch Über die eigene Region  hinaus in den dünnbesiedelten Gebieten des heutigen Mitteldeutschlands.  Allerdings waren solche "Wanderungen" damals recht beschwerlich, denn  bis vor wenigen Jahrhunderten bedeckten weite Teile Germaniens, und  damit auch unserer heutigen Heimat, der dichte Urwald "Miriquidi". In  den Jahrhunderten nach der Zeitenwende kam es immer wieder zu  umfangreichen Wanderungen und Umsiedlungen der verschiedensten Völker. Die altgermanischen Hermunduren wurden um 454 - 495 durch Tschechen und Böhmen verdrängt und diese wiederum von den  Thüringern. Im Jahr 531 besiegten Franken und Sachsen, welche  ursprünglich aus dem norddeutschen Raum kamen, die Thüringer. In den folgenden Jahrhunderten wurde es  zunehmend notwendig, an bestimmten strategischen Punkten (z. B.  Flussübergänge oder Anhöhen) zur Absicherung der Handelswege, welche in  der Regel auf den Kammlagen entlang führten, erste primitive  Befestigungsanlagen zu errichten. Belegt sind in historischen Quellen  des frühen Mittelalters auch einzelne Ansiedlungen sogenannter  "Wolfsjäger", z. B. in Mühlau, Altendorf (heute in Chemnitz) und  Altchemnitz, deren Aufgabe die Sicherung der wenigen Handelsstraßen vor  wilden Tieren jener Zeit war. Spannend für unsere  Jahnsdorf/Seifersdorfer-Region wird es jedoch erst mit der Gründung  Stollbergs (Ersterwähnung der Burg 1244) und von Chemnitz  (Benediktinerkloster 1136 und Stadt etwas später). In deren Nähe  bildeten sich in der Folgezeit Ansiedlungen mit zunächst sehr wenigen  Bewohnern. Die Bedeutung der Gründung Stollbergs wird  wahrscheinlich für die Besiedlung des heutigen Seifersdorf größer als  Chemnitz gewesen sein. Eine historische Zugeörigkeit zum Amt Grünhain  ist belegt. Eine sehr große Bedeutung für die Entwicklung sächsischer  Gebiete hatte, neben der bergbaulichen Entwicklung (Freiberger  Silberfunde ab 1168), vor allem die sogenannte große Kolonisation durch  Urbarmachung des "Miriquidi"-Waldes. Dies erfolgte durch zumeist  fränkische, aber auch andere Siedler ab 1168 vom südlichen Rochlitz  beginnend bis in das 14. Jahrhundert hinein (3). Aus der Chronik von Seifersdorf erfahren wir,  dass im Jahre 1385 ein erster Beleg für die Existenz des Ortes  nachgewiesen werden kann. Nur wenige Jahre danach können wir schon über  unsere Ur- "Seifersdorfer" eine interessante Geschichte erfahren. Die  Menschen der Chemnitzer Umgebungsdörfer flüchteten in Notzeiten  (Hussiten- und andere Kriege) in die sichere, von einer Stadtmauer  umgebene Stadt Chemnitz. Da aber Chemnitz schon bald sehr viele  "innerstädtische" Bewohner beherbergte (1466 immerhin schon ca. 2.900)  (2), wurde es hinter den Mauern zu eng. Deshalb beschloss der Chemnitzer Rat, etwa um 1331, vor den Mauern einen Palisadenzaun zu errichten, in  welchem die Menschen des Umlandes einen halbwegs sicheren Schutz fanden  und in Kriegszeiten "... dort lagern konnten" (3). Bedingung war jedoch, dass die Bewohner dieser Gemeinden sich an der Instandsetzung und der  Erweiterung des "Zaunes" beteiligen. Neben dem Schutz in Notzeiten  hatten diese "Auswärtigen" aber auch freies Geleit, d. h. sie brauchten  keinen Zoll für den Aufenthalt in der Stadt zu entrichten. Im  sogenannten Geschoss- und Memorialbuch, in welchem die Zolltarife der  Stadt Chemnitz im Mittelalter verzeichnet wurden, ist Seifersdorf unter  den zollfreien Dörfern mit aufgeführt ("Item dis sint die dorffer, die  do zcollisfrey sint gewest, die weyle sie den zcawn umb unser stadt  gehalten haben: Gabelentcz, ... Pfaffenhaynn, Nawenkirchenn, Janstorff,  Burckerstorff, ... Claffenbach, Adorff, Aldekemnitcz, Marckerstorff,  Mittelpach, Aldenhaynn, Seyfferstorff; ..." (3). Diese Eintragung stammt von frühestens 1442, vermutlich etwas später (4). Es zeugt einerseits  vom Sicherheitsbedürfnis unserer Ur-Seifersdorfer, welche vielleicht  auch schon zu erstem, sehr bescheidenen Wohlstand gekommen waren.  Andererseits legt dies auch vom Fleiß der Bewohner Zeugnis ab. Nicht  alle Dörfer aus dem "Klosterverzeichnis" haben sich in diesen schweren  Zeiten einer solchen "Zaunbau"-Arbeitspflichtleistung unterworfen. Die  Gründe für die Nichtnennung von Leukersdorf sind nicht bekannt. (Ulrich  Neubert) Quellen: (1) Sachsen bleib jung - Geschichte und ... Oberbaum-Verlag, Berlin (2) Chemnitz zwischen 1450 und 1650; H. Bräuer; Ch. Stadtarchiv; Heft 8 (3) Urkundenbuch der Stadt Chemnitz und ihre Klöster; Hrsg. v. Hubert Ermisch, Leipzig 1879 (4) Mitteilungen des Chemnitzer Geschichtsvereins; 66. Jahrbuch, Neue Folge 1996 S.107
Die Seifersdorfer Schule In der im Pfaffenhainer Archiv aufbewahrten  Niederschrift zur Einweihung der Schule vom 14.11.1863 ist geschrieben, dass die Schule für die 85 Schulkinder des Dorfes errichtet wurde. 1864  schenkte die Familie Friedrich Sonntag der Schule die Glocke mit der  Aufschrift: "So oft du Glocke tönst, hell und rein, mögst du für Gross  und Klein in Seiferdorf ein Wecker sein." Im Juni 1917 musste diese  Kupferglocke für den 1.Weltkrieg abgegeben werden. Doch bereits im Juli 1917 wurde sie durch eine Stahlglocke ersetzt. Bereits 1919 wurde den Seifersdorfern von der  Gemeindeverwaltung die Eingemeindung nach Leukersdorf nahe gelegt, da  Seifersdorf inzwischen zu viele Schüler für die kleine Schule hatte. 1940 bis 1941 erfolgte dann die Vergrößerung  der Schule mit einem Anbau an der linken Giebelseite. Es wurde fortan in 2 Klassen unterrichtet. 1950 wurde die Schule im Zuge der  Eingemeindung nach Leukersdorf geschlossen und diente nur noch als  Werkraum. Ab 1953 erfolge der Umbau der Schule    zum Wohnhaus, welches  1997 durch die Familie Wagner erworben wurde. Viele Kinder haben die Schulbänke in unserer  kleinen Dorfschule in 87 Jahren gedrückt. Zur 625-Jahr-Feier findet nun am 20. August 2010 ein großes Klassentreffen statt. Karl-Heinz Trompke sowie Petra, Dietmar und Heiko Meyer haben über 300 ehemalige Schüler  und Seifersdorfer Kinder ausfindig gemacht und dazu eingeladen. Sehr  viele haben ihr Kommen bereits bestätigt. Und vielleicht wird es dann  im Jahr 2013 eine 150-Jahr-Feier der Schule geben.